Liebe & Erotik
|
| Berührt
Sein Blick tanzt zwischen Kaffeetassen und Oberkellner,
dringt durch das Dickicht von Stimmen und Belanglosigkeiten,
und landet frech auf dem Hals meines Zuckerstreuers -
der mir durch den Aufprall beinahe aus der Hand geglitten
wäre ...
Mein Blick hat sich längst meinem Einflussbereich
entzogen und geht mit zielsicherem Schritt seine eigenen
Wege neugierig, vorwitzig und nicht minder frech.
Mein Herz kommt als erstes zur Besinnung und in Bewegung,
schlägt Purzelbäume und mich am liebsten in
die Flucht. Der Schalk seiner Augen sitzt mir mit einem
Mal im Genick und rieselt wie prickelndes Leben über
meinen Rücken
|
| |
viel sagend fließen
deine
blicke in meine tasse die
ich schweigend an meine
lippen führe mit der
zungespitze den teetropfen
auffange wie dein lächeln viel
sagend fließen deine
blicke in mich hinein |
| |
|
wegweisend
du hast in meinen weg eine
kreuzung gepflanzt
möglichkeiten gesät die mich zwingen
meine geleise zu bedenken
du hast wiesenblumen sprießen
lassen viele, bunte blüten
inmitten von grauem beton
dein lächeln hat meinen
weg gekreuzt und verändert
wegweisend |
| |
| traumreise
lieben will ich genießen
versinken
in weichem moos das uns
bettet und zitternd
trägt lieben
will ich
genießen
dich
|
| |
wirf ab deine rüstung,
geliebter lass sie zurück
vor den gemächern
der göttin
diesen sieg erringst du
nackt und bloss
|
| |
öffne dich lass dich
umspülen umschwemmen
reinwaschen
vom staub zerfallener träume
schließ auf deine tore
befreie dein füllhorn
lass strömen fließen
den nektar zarte fäden
in meiner hand
|
|
|
| Ecken und Kanten
Wo ist der Zauber? Wo das Glück?
Es ist kühl geworden in unserem Wohnzimmer. Die
Ecken sind spitz. Die Kanten scharf. Die Luft ist schwer
von all den ungesagten Worten, den Narben, die ständig
aufzubrechen drohen. Sie erstickt an den Vorwürfen,
die sich selbst verwerfen. Sie erschauert an den Worten,
die schrill und grell an den Wänden zerschellen.
Die Wahl der Waffen haben wir nie festgelegt. Doch die
Waffenkammer steht offen. Stillschweigend haben sie das
Kommando übernommen Lanze und Speer
haben sich verselbständigt und kämpfen nun ohne
unsere Erlaubnis mit dem Schatten an der Wand ...
Was ist Glück? Dieses flüchtige Nichts, das
nie Pension bezieht, wo man ihm die Decke aufschlägt.
Ständig sich erhebt und davon stiehlt, kaum dass
man seinen Flügelschlag vernommen hätte. Ein
vergänglicher Hauch voll Harmonie und Stimmigkeit.
Eine Ahnung wie es sein könnte, wenn es nicht wäre
wie es ist. Eine Illusion, die sich an der nächsten
Ecke schon selbst entlarvt und verhöhnt ...
|
| |
| augen-blicke
deine augen
sprechen bände,
wenn sie
meine treffen -
unvermutet
unverhofft
zu dumm,
dass ich
blind geworden
bin - auf beiden
ohren
|
| |
|
porentief
auch wenn du gehst bleibst
du ich habe dich
aufgenommen
eingesogen
tausend tropfen du in mir
gespeichert
porentief
|
| |
|
|