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ich will dich nicht jede stunde ....
säumig, wie immer, dein lächeln. zu spät
und dann nur halb, eigentlich gar nicht. und ständig
bemüht seinen auftritt nicht zu verpassen. es hält
nicht, was es verspricht. oder versprach. damals im mai.
auf dem hochzeitsbild ganz in weiß. ich hätte
in schwarz heiraten sollen. warum noch niemand auf diese
idee gekommen ist. weiß hält sich nicht. es
wird ausgebleicht von der sonne, ausgezehrt von wind und
wetter und jede kleinigkeit schlägt sich zu buche.
sichtbar. deutlich. anklagend. eine landkarte ist dieses
weiß. eine grauenhafte landkarte: gräben, schluchten,
wind und wellen, dreck und gestank. die blumen sind längst
verrottet und die sonne suhlt sich im morast. schwarz
würde nicht so verkommen. schwarz verschluckt die
schatten. zumindest hätte man die chance so zu tun,
als ob man blind wäre. aber weiß
weiß.
dein blick hängt träge in seiner hängematte
und verschläft meine gedanken. warum bin ich immer
noch da? ich hasse es. ich hasse mich, meine unfertigkeit.
meine sucht nach dir und deiner aufmerksamkeit. immer
suche ich dich. immer brauche ich dich. ich will das nicht.
nicht mehr. verdammt: ich will dich nicht jede stunde
brauchen müssen. dein lächeln friert, nimmt
den mantel, zieht den hut. mühsam hinkt es am stock
und sich selbst hinterher
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